Sexueller Missbrauch in einer heilen Welt – Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Vortrag von Ille Ochs am 20.06.2018 im BG-Gemeindezentrum Korntal

 

 



Ille Ochs wurde von ihrem Vater missbraucht. Dem geistlichen Vorbild vieler. Von dem, auf den alle schauten. Und: Ille Ochs ist nicht die Einzige, der dies widerfahren ist. In ihrem Vortag erzählte Sie aus ihrem Leben – von dem schmerzhaften, jahrzehntelangen Prozess bis zu dem Moment, an dem sie aussprechen konnte was passiert ist. Von dem Weg ihrer inneren Heilung.
Bei dem gut besuchten Vortrag hörten alle gebannt zu. Es ist deutlich geworden, dass sich unsere Gemeinde mit dem Thema beschäftigt. Mutig werden Fragen gestellt und das doch so heikle Thema angesprochen.
Ille Ochs nannte ein paar Punkte die helfen, gesund in Gemeinschaft zu leben und Missbrauch den Nährboden zu nehmen:

  • Bereit sein, Harmonie zu stören. Probleme nicht einfach „weg beten“ sondern hinschauen und handeln. Auch in einer Umgebung, in der wir uns per Definition „alle lieb haben“.
  • Bewusst machen, dass alles möglich ist, auch in einer christlichen Gemeinde oder in einem christlichen Kinderheim.
  • Christliche Leiter nicht idealisieren. Sonst läuft man Gefahr, die Person auf einen Sockel zu stellen. Oder es besteht die Gefahr zu denken „die Person ist so eng mit Jesus verbunden, die kann so etwas gar nicht tun.“
  • Kinder nicht wie kleine Erwachsene ansehen. Kinder sind nie schuld, wenn ihnen Missbrauch widerfährt. Die Verantwortung liegt alleine bei dem Erwachsenen, der das Kind missbraucht.

 

„Kinder brauchen Nähe - aber in einem geschützten Rahmen. Weil Missbrauch geschehen kann, darf man trotzdem nicht aufhören, Nähe zuzulassen.“ so einer der Kernsätze von Ille Ochs.



Bücher von Ille Ochs:

  • Im Käfig der Angst: Missbrauch in der heilen Welt, ISBN-13: 978-3775157285
  • Ich bin so frei: Abgeschminkt, vernarbt und wunderschön, ISBN-13: 978-3775158473








Vortrag von Pater Klaus Mertes: "Trauma und Institution" - Gedanken über traumatisierende und traumatisierte Institutionen

Die Rolle von Institutionen bei der Entstehung und Verarbeitung von traumatisierenden Erfahrungen beleuchtete Pater Klaus Mertes im dritten Referat der Korntaler Vortragsreihe „Aufarbeitung Heimerziehung“ am 22. Januar 2018 in Korntal. Rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörern waren ins Gemeindezentrum der Evangelischen Brüdergemeinde gekommen, um den ehemaligen Rektor des Berliner Canisius-Kollegs und heutigen Direktor des Kollegs St. Blasien zu hören und mit ihm über seine Ausführungen zu diskutieren.


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Zum Download:
Leitet Herunterladen der Datei einVortrag von P. Klaus Mertes am 22. Januar 2018 in Korntal (mp3-Datei) (12MB)
Leitet Herunterladen der Datei einVortragsmanuskript von P. Klaus Mertes vom 22. Januar 2018 in Korntal (pdf-Dokument)






„Zucht und Ordnung - Heimerziehung in den 1950er und 60er Jahren“: Vortrag von Prof. Hafeneger stößt auf lebhaftes Interesse

Mehr als 200 Teilnehmer waren zum Vortrag von Prof. Dr. Benno Hafeneger am 19. Juni 2017 nach Korntal gekommen. Auf Initiative der Evangelischen Brüdergemeinde beleuchtete der Erziehungswissenschaftler zeitgeschichtliche Hintergründe der Heimerziehung im Deutschland der 1950er und 60er Jahre.

 

Konstruktiver Beitrag zur Aufarbeitung

„Mit diesem ersten von insgesamt drei Themenabenden wollen wir einen konstruktiven Beitrag zur öffentlichen Auseinandersetzung mit der Situation in Korntal leisten“, sagte der Vorsteher der Brüdergemeinde, Klaus Andersen. „Besonders freue ich mich, auch ehemalige Heimkinder, frühere und derzeitige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der Brüdergemeinde, Vertreter der Medien und Korntaler Bürger begrüßen zu können“, so Andersen vor den zahlreichen Besuchern im fast bis auf den letzten Platz besetzten Gemeindezentrum.

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