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Altenzentrum Korntal



14.08.2015 14:09

Besuch aus Berlin: Aufarbeitung, Altenhilfe und Flüchtlinge im Mittelpunkt

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, besuchte die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal


Maria Loheide (Vierte von links) sowie ihre persönliche Referentin Katja von Damaros informierten sich über die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal. Mit ihnen auf dem Foto von rechts: Pfarrer Jochen Hägele, Bürgermeister Dr. Joachim Wolf, Vorsteher Klaus Andersen, der stellvertretende Leiter der Jugendhilfe Korntal Wolfgang Kapp sowie Geschäftsführer Veit-Michael Glatzle.

K o r n t a l / 14. August 2015 – Besuch aus der Hauptstadt: Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland kam eigens für einen Tag ins Strohgäu, um die Evangelische Brüdergemeinde Korntal und deren Diakonie kennenzulernen. Außerdem nutzte Sie die Gelegenheit, mit Bürgermeister Dr. Joachim Wolf über die aktuelle Situation in der Flüchtlingsarbeit in Korntal-Münchingen zu sprechen. Anlass der Visite war ein Austausch mit Verantwortlichen des Brüdergemeindewerks über den Stand der Aufarbeitung des Unrechts, das Heimkinder in den ersten Jahrzehnten nach Gründung der Bundesrepublik in der Einrichtung erfahren haben. „Das Leid benennen und anerkennen, das sind die ersten wichtigen Schritte der Aufarbeitung“, sagte Maria Loheide. „Das ist für alle ein sehr schmerzhafter und gewiss nicht einfacher Weg. Korntal geht diesen Weg transparent, beteiligungsorientiert und professionell, begleitet durch die externe Wissenschaftlerin Professor Dr. Mechthild Wolff. Dass mit dieser Aufarbeitung der Geschichte zugleich die Weiterentwicklung des vorhandenen Präventionskonzeptes der Jugendhilfe Korntal verbunden ist, finde ich sehr gut. Die gravierenden Fehler der damaligen Erziehungspraxis müssen ans Licht gebracht werden und zugleich müssen wir heute alles dafür tun, dass sich solche Vorgänge und Fehlverhalten nicht wiederholen.“

Allerdings sei eine Wiedergutmachung des erfahrenen Leids nicht möglich, so Loheide. Eine bestmögliche Unterstützung der betroffenen Heimkinder sei aber notwendig und wichtig. „Die Diakonie Deutschland und die Evangelische Kirche in Deutschland übernehmen gemeinsam Verantwortung für das Versagen und die Schuld, die Kirche und Diakonie auf sich geladen haben, u.a. indem sie sich an dem ‚Fonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975‘ beteiligen“, sagte Loheide.

Soziale Arbeit muss attraktiv bleiben
Des Weiteren informierte sich Maria Loheide über den Bereich Altenhilfe in der Diakonie der Ev. Brüdergemeinde und besuchte die Jugendhilfe Korntal sowie den Schulbauernhof Zukunftsfelder. Dabei standen die großen Herausforderungen, u.a. auch die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Mittelpunkt, vor denen die Jugendhilfe Korntal steht. Im September soll hier eine Gruppe für diese so genannten „UMF“ geschaffen werden. Die Aufgaben nähmen zu, aber die Finanzierung dieser Hilfen und die Zahl der Mitarbeitenden hielten damit kaum Schritt, meinte Loheide. „Wir setzen uns politisch dafür ein, dass die Rahmenbedingungen der sozialen Arbeit so verbessert werden, dass die sozialen Berufe für junge Menschen attraktiv bleiben und sie sich für eine entsprechende Ausbildung entscheiden. Die Attraktivität eines Berufes hängt sicherlich von vielen Faktoren ab, aber nicht zuletzt auch von einer angemessenen Bezahlung.“

Korntal erfährt Wertschätzung
„Wir freuen uns sehr über diesen Besuch und die Wertschätzung, die die Diakonie Deutschland unseren Einrichtungen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegenbringt“, sagte der Vorsteher des Brüdergemeindewerks Klaus Andersen. „Wir sind mit unserem diakonischen Landesverband sowie mit der Diakonie Deutschland in einem sehr guten Austausch insbesondere zum Thema Aufarbeitung der Heimgeschichte. Unser innovatives Projekt mit Frau Professor Wolff wird mit großem Interesse in ganz Deutschland verfolgt.“

Maria Loheide zog ein sehr positives Fazit ihrer Stippvisite in Korntal: „Die Erfahrungen und konkreten Schilderungen der Probleme vor Ort sind für meine politische Arbeit in Berlin, für Gespräche in den Ministerien oder mit Bundestagsabgeordneten ganz wichtig. Nur wenn man weiß, welche Schwierigkeiten in einer Altenpflegeeinrichtung auftreten oder womit die Kolleginnen in der Flüchtlingshilfe tagtäglich zu kämpfen haben, kann man letztlich sinnvoll auf die Gestaltung z.B. des aktuellen Pflegestärkungsgesetzes oder der Einwanderungspolitik in Deutschland Einfluss nehmen“, hob Maria Loheide die Bedeutung ihrer Besuche bei den diakonischen Trägern und Einrichtungen hervor.

Die Diakonie Deutschland im Internet: www.diakonie.de
Die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal im Internet: www.diakonie-korntal.de