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10.02.2015 19:14

Oberlandesgericht weist Beschwerde zurück

Diakonie Korntal: Zu einer unabhängigen Aufarbeitung gibt es keine Alternative


K o r n t a l / 10. Februar 2015 – Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) hat der Beschwerde des ehemaligen Heimkindes Detlef Zander gegen den Beschluss des Landgerichts Stuttgart (LG) zurückgewiesen. Dieses hatte im September 2014 Zanders Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe zur Erhebung einer Klage auf Zahlung von 1,1 Millionen Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld zurückgewiesen, die Zander für seine Zeit in einem Kinderheim der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal erstreiten wollte. Der heute 53-Jährige lebte von 1963 bis 1977 in dem Kinderheim. Er beklagt, dort missbraucht, geprügelt und zur Zwangsarbeit herangezogen worden zu sein. Der 6. Zivilsenat des Oberlandesgerichts hat mit seiner Entscheidung die Rechtsauffassung der Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde untermauert und die Argumentation des Landgerichts bestätigt. In seinem eingehend begründeten Beschluss hat das OLG ausgeführt, dass die von Zander geltend gemachten Ansprüche verjährt seien.

Der Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, Klaus Andersen, zum Beschluss des OLG: „Die juristischen Positionen der Diakonie Korntal wurden durch das OLG bestätigt. Unabhängig davon werden wir die notwendige Aufarbeitung zusammen mit ehemaligen Heimkindern zielorientiert und engagiert fortsetzen. Zu einer fundierten unabhängigen Aufarbeitung gibt es keine Alternative.“


Gemeinsame Arbeit am Projekt Aufarbeitung
Zurzeit laufen Sondierungsgespräche zwischen der „Interessengemeinschaft (IG) Heimopfer der Brüdergemeinde Korntal“ und der Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal über ein gemeinsames Konzept der Aufarbeitung. Geleitet werden diese Gespräche von Professor Dr. Mechthild Wolff, die im Januar sowohl von der Interessengemeinschaft als auch von der Diakonie Korntal mit dieser Aufgabe betraut wurde. Die 53-jährige Erziehungswissenschaftlerin ist seit 2002 Professorin für das Lehrgebiet „Erziehungswissenschaftliche Aspekte Sozialer Arbeit“ an der Hochschule Landshut und Expertin auf den Gebieten „Beteiligung in der Heimerziehung“ sowie „Implementierung von Schutzkonzepten in Institutionen“.
Nach den Sondierungsgesprächen soll eine paritätisch besetzte Steuerungsgruppe mit ehemaligen Heimkindern und der Diakonie Korntal über die einzelnen Vorhaben im Rahmen des Gesamtprojekts „Aufarbeitung Heimerziehung“ entscheiden.